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Kanarisches Spanisch - eine Sprache im Wandel der Zeit

22.05.2013 - Kategorie: Verschiedenes

Sprache ist dynamisch. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Spanisch nicht gleich Spanisch ist. Zwar gilt auf den Kanarischen Inseln Hochspanisch offiziell als die gesprochene und geschriebene Landessprache, doch heißt dies nicht, dass die Canarios genauso sprechen wie die Menschen auf dem spanischen Festland. Vielmehr erkennt der spanisch sprechende Urlauber schnell: Hier klingt einiges ganz, ganz anders!

Verschluckte Endungen

Das kanarische Spanisch zeichnet sich besonders durch eine Aussprache aus, die typischerweise den Buchstaben "s" am Ende eines Wortes und vor Konsonanten verschluckt. Es wird eher wie ein "h" gesprochen: "Lah palabrah" anstatt "las palabras" oder "ehtoy" anstatt "estoy". Anders als im Hochspanischen werden die Buchstaben "s" und "c" gleich ausgesprochen, und zwar wie ein scharfes "s".

Steinzeitliche Ursprünge

Die Kanarischen Inseln waren in der Steinzeit von den aus Nordwestafrika stammenden Guanchen besiedelt. Untersucht man heute bestimmte Begrifflichkeiten, die es nur im kanarischen Spanisch gibt - wie beispielsweise "guagua" anstatt "autobús" oder auch manche Straßen- oder Vornamen auf den Kanaren, so lassen sich Parallelen zum Dialekt dieser Ureinwohner ableiten.

Lateinamerikanische Einflüsse

Die Kanarischen Inseln mit ihrer Lage inmitten des Atlantiks galten lange Zeit als Verbindungspunkt zwischen Europa und Amerika. Viele Canarios siedelten nach Mittel- und Südamerika aus. Manche kamen wieder zurück und brachten den Latino-Dialekt mit auf die Inseln.

Achtung vor Missverständnissen

Bereiten Sie sich also ruhig etwas intensiver vor, bevor Sie Ihre Kanarenreise antreten, um etwaige Missverständnisse zu vermeiden. Denn das Spanisch der Kanaren entspricht keineswegs dem Schulspanisch aus dem Lehrbuch. Doch das macht diese Inseln erst recht so sympathisch.

Gastautor: viseto - der Anbieter für professionelle Übersetzungen ins Spanische.